Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Wien

Polleninformation für Wien vom 18. Juni 2026

Es wird heiß und der Gräserpollen wird fliegen!

Die Wetterprognose für die kommenden Tage lautet: heiß und meist trocken. Gräserpollenallergiker:innen müssen daher mit intensiven Belastungen rechnen.
Sollte es aufgrund der Hitze im Tagesverlauf zu Wärmegewittern kommen, können die Belastungen durch das sogenannte Gewitterasthma zusätzlich intensiviert werden. Denn diese Witterungsbedingungen können das Aufplatzen von Pollen bewirken, wodurch mehr Allergene in die Luft entlassen werden, was einen entsprechenden Belastungsanstieg hervorrufen kann.

Hauptverantwortlich für diese Belastungen sind nach wie vor die blühenden Gräser. Dazu zählen Quecke, Trespe, Glatthafer sowie Honig-, Rispen-, Weidel-, Knäuel- und Fuchsschwanzgräser. Im Wiesenbereich sind auch zusätzliche Belastungen durch Ampfer und Wegerich möglich.

Auch die blühenden Getreidefelder können in direkter Nähe zusätzliche Belastungen verursachen. Da Getreidepollen jedoch deutlich größer und schwerer sind als die Pollen der natürlich vorkommenden Gräser, werden sie nicht allzu weit vom Wind verfrachtet.

Die Lindenblüte neigt sich dem Ende zu, sorgt aber weiterhin noch für messbare Pollenkonzentrationen an unseren Messstellen. Da die Blüten dieser Pflanze auf Insektenbestäubung angepasst sind, sind sie generell eher selten in der Luft zu finden. Allerdings kann der Blütenduft bei empfindlichen Personen die Atemwege reizen.

Regional sollten Personen, die auf Pollen der Ölbaumgewächse sensibilisiert sind, eventuell mit geringen Ölbaum- und Ligusterpollenkonzentrationen in der Luft rechnen.

Auch die Edelkastanien stehen in Blüte und können in ihrem Umfeld bei Personen, die auf Buchen- oder Birkengewächse sensibilisiert sind, Kreuzreaktionen hervorrufen.

Der Götterbaum, der an nährstoffarmen und trockenen Standorten wie Bahndämmen oder Gstätten vorkommt, hat den Höhepunkt seiner Blüte bereits leicht überschritten. Er ist ein Neophyt aus Asien, der in gemäßigten oder mediterranen Klimazonen invasiv wächst. Es wurden bereits allergische Hautreaktionen berichtet.

An klimatisch besonders begünstigten Standorten wurden bereits erste blühende Vertreter des Beifußes gesichtet. Damit wird lokal bereits jetzt die Kräuterpollensaison eingeläutet. Bis die Pflanzen flächendeckend blühen, dauert es allerdings noch einige Wochen. Lokal kann es jedoch bereits zu geringen allergischen Belastungen kommen.

Das feucht-warme Wetter fördert die Freisetzung von Pilzsporen in die Umgebungsluft, die bei vielen Allergiker:innen bereits Beschwerden hervorrufen können.

Neben den genannten Pollentypen sind derzeit auch Bienenweide, Brennnesselgewächse, Sauergräser, Schmetterlingsblütler, Wein und Zypressengewächse im Pollenspektrum vertreten. Von ihnen geht jedoch nur ein sehr geringes allergenes Potenzial aus.

Blühendes Fuchsschwanzgras ©ÖPID, Johannes M. Bouchal

Für den Inhalt verantwortlich

AZ Pollenresearch GmbH
im Auftrag des Vereins Österreichischer Polleninformationsdienst in Kooperation mit der GeoSphere Austria.
Dr. med. Markus Berger, Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal und Lukas Dirr, MSc.

Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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