Vorhersage
Polleninformation für Wien vom 28. August 2025
Intensive Belastungen durch Ragweedpollen!
Auch in der zweiten Wochenhälfte werden sich die sommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage weiter durchsetzen. Nur am Freitag sind aus derzeitiger Sicht gewittrige Regenschauer nicht ganz auszuschließen. Pollenallergiker:innen müssen daher auch in den kommenden Tagen mit intensiven Belastungen rechnen.
Als Hauptallergen für die kommende Zeit ist nach wie vor Ragweed zu nennen. Vor allem in Ostösterreich ist dieser Neophyt sehr weit verbreitet und auch in Wien wurden bereits einige Pflanzen gesichtet. So große Populationen wie im Burgenland sind in der Bundeshauptstadt aber noch nicht zu finden. Allergiker:innen, die auf diesen Korbblütler sensibilisiert sind, müssen aber auch in Wien mit sehr hohen Belastungen durch Ragweedpollen rechnen, da bereits geringste Konzentrationen ausreichen, um allergische Reaktionen hervorzurufen. In der Nähe blühender Pflanzen kann es zu lokalen Spitzenbelastungen kommen. Auch die für die kommenden Tage erwarteten Windbedingungen können die Belastung zusätzlich verstärken. Wind aus südlicher bzw. südöstlicher Richtung kann im Tagesverlauf viel Ragweedpollen aus dem Burgenland oder aus Österreichs östlichen Nachbarländern bis nach Wien verfrachten, sodass die Belastung längerfristig auf sehr hohem Niveau verbleibt.
Wenn Sie bei Unternehmungen im Freien Ragweedpopulationen entdecken, können Sie diese gerne über die Citizen-Science-Plattform „Ragweed Finder“ melden. Meldungen können entweder über die Website oder per App (für Android und iOS) erfolgen. Sie werden von Experten des „Ragweed Finder“-Teams überprüft, auf der Ragweed-Landkarte grafisch dargestellt und in regelmäßigen Abständen an die zuständigen Stellen in den Bundesländern weitergeleitet. Diese können die Fundmeldungen dann heranziehen, um weitere Schritte zu veranlassen.
Der Beifuß blüht noch bis Ende September. Sein erster Belastungsgipfel liegt bereits hinter uns. In den kommenden Tagen erwarten wir nur geringe Pollenkonzentrationen dieses Ackerbeikrauts. Dichte Bestände dieses Korbblütlers, die an stark vom Menschen beeinflussten Standorten wie beispielsweise Feld-, Weg- und Straßenrändern zu finden sind, sollten von sensibilisierten Personen gemieden werden, da hier weiterhin hohe Belastungen auftreten können.
Im Wienerwald, auf den Grünflächen oder an Wegesrändern von Wien blühen nach wie vor einige Gräserarten. Ein Beispiel hierfür ist das Hundszahngras. In unserer Messstation wurden nur geringe Konzentrationen von Gräserpollen registriert.
Wegerich und Brennnessel stäuben und können eine zusätzliche Belastung verursachen.
In Wien werden in den kommenden Tagen mäßige bis hohe Konzentrationen von Pilzsporen erreicht. In höheren Lagen und über der Baumgrenze sind die Belastungen durch Pilzsporen merklich geringer.
Weitere in der Umgebungsluft nachgewiesene Pollenarten sind Bingelkraut, Hanf, Hopfen, Doldenblütler, Springkraut, Gänsefuß-, Nelken- und Zypressengewächse. Diese sind allergologisch von untergeordneter Bedeutung.
Für den Inhalt verantwortlich
AZ Pollenresearch GmbH
im Auftrag des Vereins Österreichischer Polleninformationsdienst in Kooperation mit der GeoSphere Austria.
Dr. med. Markus Berger, Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal und Lukas Dirr, MSc.
Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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