Vorhersage
Polleninformation für Tirol vom 8. Mai 2026
Gräserpollensaison beginnt – Birkenpollen in Tirol rückläufig!
In der vergangenen Woche sind die Pollenproduktion und -verbreitung in Tirol weiterhin aktiv geblieben. Während die Birkenpollenkonzentrationen in vielen Tallagen nun zurückgehen, beginnt die Gräserpollensaison und wird in den kommenden Wochen zunehmend an Bedeutung gewinnen. In den nächsten Tagen werden wechselhafte Wetterbedingungen und Niederschlagsphasen erwartet, die Allergiker*innen vorübergehend entlasten können.
Birkenpollen: In Tallagen wie Innsbruck geht die Birkenpollensaison nun weitgehend zu Ende, und es werden überwiegend niedrige allergene Belastungen gemessen. In höheren Lagen ist die Birkenblüte jedoch verzögert, sodass dort weiterhin mäßige bis lokal hohe Pollenkonzentrationen auftreten können. Höhere Lagen sind daher derzeit stärker von Birkenpollen betroffen als die Tallagen. Auch die Pollenkonzentrationen von Buche und Eiche gehen langsam zurück, können jedoch lokal weiterhin mäßige Werte erreichen. Aufgrund von Kreuzreaktionen mit Birkenpollen können diese Arten bei Personen mit einer Sensibilisierung gegenüber Birkenpollen weiterhin Symptome verursachen.
Gräserpollen: Die wichtigste allergene Herausforderung verlagert sich nun zunehmend zu den Gräsern. Gräser erreichen in weiten Teilen der Region, insbesondere in tieferen Lagen, ihre Blühbereitschaft. Die Gräserpollenkonzentrationen liegen derzeit je nach Standort im niedrigen bis mäßigen Bereich, dürften in den kommenden Tagen jedoch weiter ansteigen. Zusätzlich werden geringe Konzentrationen von Wegerich- sowie Ampferpollen nachgewiesen. Wegerichpollen besitzen ein mäßiges allergenes Potenzial und betreffen häufig Personen, die bereits auf Gräserpollen sensibilisiert sind. Ampferpollen gelten als weniger allergen, können jedoch Beschwerden bei Gräserallergiker:innen verstärken. Zusammen können diese zusätzlichen Pollentypen die Belastung für Allergiker:innen erhöhen. Wenn Sie auf Gräserpollen allergisch reagieren, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Aufenthalte in höheren Lagen können dabei hilfreich sein, da die Gräserpollenkonzentrationen dort derzeit meist geringer bleiben.
Weitere Pollentypen: Pollen von Fichte und Kiefer nehmen derzeit stark zu und machen aktuell einen großen Anteil des luftgetragenen Pollens aus. In der vergangenen Woche konnten bei warmen und windigen Bedingungen eindrucksvolle gelbe Wolken aus Fichten- und Kiefernpollen beobachtet werden, die aus bewaldeten Hängen aufstiegen. Ihre charakteristischen gelben Ablagerungen sind nun deutlich auf Autos, Fensterbänken, Gartenmöbeln oder in Pfützen sichtbar. Obwohl diese Pollentypen nicht allergen sind, können sie leichte Reizungen verursachen, beispielsweise ein Fremdkörpergefühl in den Augen. Zudem werden Pollen von Rosskastanie, Lärche, Walnuss, Zypressengewächsen und Weide nachgewiesen, diese haben jedoch eine geringe allergene Relevanz.
Situation in höheren Lagen: In höheren Höhenlagen können Birkenpollen aufgrund der verzögerten Blüte weiterhin eine relevante allergene Belastung darstellen. Für Personen mit einer Gräserpollenallergie bleiben diese Bereiche derzeit jedoch günstiger.
Pollen und Wetterbedingungen: Die Pollendynamik steht in engem Zusammenhang mit den Wetterbedingungen, welche die Pollenproduktion und -verbreitung beeinflussen. Luftfeuchtigkeit und Niederschläge reduzieren die Pollenfreisetzung und -ausbreitung, während warme und sonnige Witterung meist zu höheren Pollenkonzentrationen in der Luft führt. Wind spielt zudem eine wichtige Rolle beim Transport von Pollen über große Distanzen und kann Allergiker:innen auch fernab der eigentlichen Quelle betreffen. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist entscheidend für ein wirksames Allergiemanagement und die Pollenprognose.
Informiert bleiben und Vorsichtsmaßnahmen treffen: Das Wissen über die aktuellen Pollenkonzentrationen in Ihrer Region ist wichtig, um Allergiesymptome besser zu kontrollieren. Verfolgen Sie unsere regelmäßigen Updates und treffen Sie geeignete Maßnahmen, um die Belastung zu reduzieren. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die Zeit im Freien auch während der Pollensaison weiterhin genießen. Zum Beginn der Gräserpollensaison wünschen wir allen Allergiker:innen viel Kraft und Durchhaltevermögen für die kommenden Wochen und versichern Ihnen unsere weitere Unterstützung und Begleitung während der Saison.
Für den Inhalt verantwortlich
Universität Innsbruck
Institut für Botanik
Dr. Laurent Marquer
Mittelfristige Prognose basierend auf Modelldaten und Pollenzählungen.
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Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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