Vorhersage
Polleninformation für Niederösterreich vom 13. Juli 2026
Weiterhin starke Belastungen, Gräser, Pilzsporen, Mais und Beifuß reizen die Nasen!
Der Montag startet mit Sonne und Quellwolken, vereinzelt sind Gewitter möglich. Die Temperaturen liegen zwischen 26 und 30 Grad. Am Dienstag steigt die Gewitterneigung bei bis zu 34 Grad, die Luft wird schwüler. Der Mittwoch bringt einen Mix aus Sonne, Wolken und gewittrigen Schauern bei 25 bis 33 Grad. Am Donnerstag setzt sich die Sonne durch, örtlich können letzte Schauer durchziehen, die Höchstwerte erreichen 35 Grad.
Gräser – die Hauptbelastung bleibt: Die Gräser sind in Niederösterreich für das Hauptallergen verantwortlich. Aktuell blühen Trespe, Mäusegerste, Glatthafer, Honig-, Rispen-, Weidel-, Knäuel- und Fuchsschwanzgräser. Auch in den höheren Lagen des Waldviertels und in den Kalkalpen stehen die Gräser in Blüte. In größeren Laubwaldgebieten ist die Belastung durch Gräserpollen hingegen geringer. In den Anbaugebieten – insbesondere im Marchfeld und Tullnerfeld – hat zudem die Roggenblüte begonnen. Der Pollen dieses Kulturgrases ist vergleichsweise groß und wenig flugfähig, sodass relevante Konzentrationen fast ausschließlich bei sonnigem Wetter in unmittelbarer Feldnähe auftreten. Die Pollenfreisetzung erfolgt überwiegend am Vormittag. Auch blühende Brennnesseln sowie Ampfer- und Wegericharten tragen derzeit zur Belastung bei.
Beifuß – die Kräuterpollensaison beginnt an Ruderalstandorten: Ein besonderes Augenmerk gilt in diesen Tagen dem Beifuß (Artemisia vulgaris). An Ruderalstandorten – also auf Schuttplätzen, Bahndämmen, Straßenrändern, Gstätten, Kiesgruben und anderen brachliegenden Flächen – hat der Beifuß vielerorts zu blühen begonnen. Diese unscheinbare Pflanze zählt zu den bedeutendsten Kräuterpollenallergenen Mitteleuropas. Anders als bei den Gräsern, deren Pollen vorwiegend aus den höheren Lagen stammt, ist der Beifußpollen gerade in den Tieflagen und urbanen Randzonen Niederösterreichs ein Problem. Besonders betroffen sind die Industriestandorte entlang der Donau, die Bahntrassen im Weinviertel, die Ruderalflächen rund um St. Pölten und Wiener Neustadt sowie die Gstätten in den Randbereichen der Siedlungsgebiete. Die Pollen des Beifußes sind hoch allergen – bereits Konzentrationen von 10 bis 20 Pollen pro Kubikmeter Luft können bei sensibilisierten Personen deutliche Beschwerden auslösen. Mit einer flächendeckenden Blüte ist ab Ende Juli zu rechnen, lokal treten jedoch jetzt schon relevante Belastungen auf. Kreuzreaktionen mit Sellerie, Karotte, Kamille und anderen Korbblütlern sind häufig und sollten von Betroffenen unbedingt beachtet werden.
Grün-Erlen in den Kalkalpen: In den Kalkalpen blühen die Grün-Erlen. Ihr Verbreitungsgebiet liegt über 1000 m Seehöhe, und hier liegt auch der Belastungsschwerpunkt – allfälliger Regen wird einen Ferntransport in die Niederungen weitgehend verhindern. Für Allergiker:innen, die auf Birkengewächse sensibilisiert sind, ist dieser Pollen dennoch relevant, da Kreuzreaktionen auftreten können.
Pilzsporen: Die Pilzsporen haben an Relevanz gewonnen, sodass bereits erste allergierelevante Mengen erreicht werden. Besonders nach Niederschlägen setzen Pilze – vor allem Cladosporium und Alternaria – vermehrt ihre Sporen frei. Personen mit einer Sensibilisierung auf Pilzsporen sollten besonders in den Stunden nach Regenfällen mit intensiven Belastungen rechnen.
Neben den bereits erwähnten Pollentypen sind derzeit auch Pollen von Kiefern, Fichten, Doldenblütlern, Holunder, Schmetterlingsblütlern und Zypressengewächsen im Pollenspektrum vertreten. Von ihnen geht jedoch nur ein sehr geringes allergenes Potenzial aus.
Empfehlungen für Allergiker:innen: Angesichts der wechselhaften Witterung und der mäßigen bis hohen Pollenbelastung wird empfohlen, Sport und körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden oder den späten Abend zu verlegen – dann sind die Pollenkonzentrationen erfahrungsgemäß am niedrigsten. Nach Regenfällen kann die Pollenbelastung kurzzeitig sinken, steigt aber bei sonnigem Wetter rasch wieder an. Für Beifuß-Allergiker:innen ist besondere Vorsicht an Ruderalstandorten geboten: Bahndämme, Schuttplätze, Straßenränder und Gstätten sollten gemieden werden, da dort bereits relevante Pollenmengen freigesetzt werden. Das Tragen einer Sonnenbrille, das abendliche Ausspülen der Haare und das Wechseln der Kleidung nach Aufenthalten im Freien können helfen, die Pollenexposition zu reduzieren.
Warnhinweis zu Ozon und Gewitterasthma: Bei herannahenden Gewittern kann die Konzentration von bodennahem Ozon kurzfristig ansteigen, was die Atemwege zusätzlich reizt. Zudem werden Pollen – insbesondere jene von Gräsern und Beifuß – durch starke Fallwinde (Downbursts) zerrissen und in feinste lungengängige Partikel fragmentiert, die tief in die Atemwege eindringen können. Dies kann bei Pollenallergiker:innen – auch bei jenen, die bisher kein Asthma hatten – zu plötzlich auftretenden, schweren Asthmaanfällen führen. Personen mit bekanntem Asthma oder Heuschnupfen wird dringend empfohlen, bei aufziehenden Gewittern geschlossene Räume aufzusuchen und Bedarfsmedikamente griffbereit zu halten.
Für den Inhalt verantwortlich
AZ Pollenresearch GmbH im Auftrag der Niederösterreichischen Landesregierung, Gruppe Gesundheit und Soziales, Abteilung Umwelthygiene.
Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal, Lukas Dirr, MSc und Mag. Sabine Kottik.
Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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