Vorhersage
Polleninformation für Österreich vom 13. Juli 2026
Weiterhin starke Belastungen durch Gräser und Pilzsporen!
Am heutigen Montag, dem 13. Juli 2026, bleibt es in ganz Österreich überwiegend sonnig und heiß mit Tageshöchsttemperaturen zwischen 26 und 34 Grad. Am Dienstag setzt sich das hochsommerliche Wetter fort, die Luft wird zunehmend schwüler. Am Mittwoch steigt das Gewitterrisiko – insbesondere in den westlichen Landesteilen können sich teils heftige Schauer und Gewitter entladen. Am Donnerstag, dem 16. Juli, beruhigt sich die Wetterlage allmählich, die Wolken lockern auf und die Sonne setzt sich wieder durch. In Kärnten, Tirol und Vorarlberg muss jedoch weiterhin mit gewittrigen Niederschlägen gerechnet werden.
Allergiker:innen müssen sich in den kommenden Tagen auf eine anhaltend intensive Belastungssituation einstellen. Die anhaltende Hitze begünstigt die Freisetzung von Gräserpollen, während Gewitterregen die Konzentration von Pilzsporen in der Luft sprunghaft ansteigen lassen können.
Hauptverantwortlich für allergische Beschwerden sind weiterhin die Pollenkörner der Süßgräser. Die Hauptblüte der Gräser hat sich mittlerweile von den offenen Grünflächen in die Wälder sowie in die Nähe von Flussläufen und in höhere Mittelgebirgslagen verlagert. In den Niederungen ist die Gräserhauptblüte weitgehend abgeschlossen, während in den höheren Lagen weiterhin mäßige bis hohe Konzentrationen gemessen werden. Besonders in der Nähe von ungemähten Wiesen und Weiden in höheren Mittelgebirgslagen ist weiterhin mit mäßigen bis hohen Gräserpollenkonzentrationen zu rechnen.
In einigen Regionen des Landes – etwa im Burgenland und in Teilen Niederösterreichs – haben die Maisfelder bereits zu blühen begonnen. Mais zählt zu den Süßgräsern und kann daher bei sensibilisierten Personen Beschwerden auslösen. Maispollen sind jedoch sehr groß und können daher, ebenso wie die Pollen anderer Getreidearten, nicht sehr weit mit dem Wind verfrachtet werden. Sie sorgen daher vor allem in direkter Nähe der Felder für relevante Konzentrationen in der Luft.
Entlang von Weges- oder Straßenrändern ist mit zusätzlichen Belastungen durch Ampfer, Fuchsschwanzgewächse und Wegerich zu rechnen.
An klimatisch besonders begünstigten Standorten wurden bereits erste blühende Vertreter des Beifußes gesichtet. Damit wird lokal bereits jetzt die Kräuterpollensaison eingeläutet. Bis die Pflanzen flächendeckend blühen, wird es vermutlich noch bis Ende Juli dauern. Lokal kann es jedoch bereits zu geringen allergischen Belastungen kommen.
Neben den Gräsern sorgen inzwischen auch die Pilzsporen für mäßige bis hohe Belastungen in der Umgebungsluft. Die schwül-warme Witterung und die prognostizierten Gewitter – insbesondere am Mittwoch und in den westlichen Landesteilen – können die Sporenbelastung kurzfristig noch weiter in die Höhe treiben. Personen, die auf Pilzsporen sensibilisiert sind, müssen besonders nach Regenfällen mit intensiven Belastungen rechnen.
In Tirol geht die Gräserpollensaison allmählich zurück, die Pollenbelastung konzentriert sich dort zunehmend auf die höheren Lagen. In Kärnten ist nach der überwiegend abgeschlossenen ersten Mahd auf den Grummetwiesen weiterhin mit Belastungen zu rechnen.
Neben den bereits erwähnten Pollentypen sind derzeit auch Pollen von Bienenweide, Brennnesselgewächsen, Edelkastanie, Liguster, Rhododendron, Sauergräsern, Schmetterlingsblütlern, Weinreben und Zypressengewächsen im Pollenspektrum vertreten. Von ihnen geht jedoch nur ein sehr geringes allergenes Potenzial aus.
Empfehlungen für Allergiker:innen: Angesichts der anhaltend hohen Temperaturen und der mäßigen bis hohen Pollen- und Sporenbelastung wird empfohlen, körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden oder die späten Abendstunden zu verlegen, wenn die Pollenkonzentrationen in der Regel niedriger sind. Nach Gewitterregen sollten Sporen-Allergiker:innen den Aufenthalt im Freien für einige Stunden meiden. Das Tragen einer Sonnenbrille und das abendliche Ausspülen der Haare können zusätzlich helfen, die Pollenexposition zu reduzieren.
Warnhinweis zu Ozon und Gewitterasthma: Bei herannahenden Gewittern kann die Konzentration von bodennahem Ozon kurzfristig ansteigen, was die Atemwege zusätzlich reizen kann. Zudem werden Pollenkörner durch starke Fallwinde (Downbursts) zerrissen und in feinste lungengängige Partikel fragmentiert, die tief in die Atemwege eindringen können. Dies kann bei Pollenallergiker:innen – auch bei jenen, die bisher kein Asthma hatten – zu plötzlich auftretenden, schweren Asthmaanfällen führen. Personen mit bekanntem Asthma oder Heuschnupfen wird dringend empfohlen, bei aufziehenden Gewittern geschlossene Räume aufzusuchen und Bedarfsmedikamente griffbereit zu halten.
Für den Inhalt verantwortlich
AZ Pollenresearch GmbH
im Auftrag des Vereins Österreichischer Polleninformationsdienst in Kooperation mit der GeoSphere Austria.
Dr. med. Markus Berger, Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal und Lukas Dirr, MSc.
Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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