Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Steiermark

Polleninformation für die Steiermark vom 8. Juni 2026

Unbeständiges Wetter lässt die Pollenlast schwanken!

Der Montag beginnt in weiten Teilen der Steiermark freundlich und trocken. Sobald die Blütenstände der Gräser abgetrocknet sind, müssen Pollenallergiker:innen jedoch mit einer hohen Belastung rechnen. Am Nachmittag bilden sich in weiten Teilen der Steiermark Gewitter. Durch Gewitter mit erhöhter Blitzaktivität kann es zum Aufplatzen von Pollen kommen. Dadurch können große Mengen an Allergenen in die Luft gelangen, was zu sehr spontanen Belastungsspitzen führen kann, die nicht zwingend mit dem Pollenflug korrelieren. Ab Dienstag regnet es häufiger und diese unbeständigen Wetterbedingungen halten bis in die zweite Wochenhälfte an. Die Niederschläge senken die Pollenlast und sorgen für Entlastung.

Zahlreiche Gräser stehen derzeit sowohl in den Niederungen als auch in den Bergregionen der Steiermark in Blüte. Unter anderem wurden blühende Exemplare von Quecke, Trespe, Mäusegerste, Glatthafer sowie von Honig-, Rispen-, Weidel-, Knäuel- und Fuchsschwanzgräsern gemeldet. Gräserpollen stellen aktuell das Hauptallergen in der Umgebungsluft der Steiermark dar. In sonnigen und trockenen Wetterphasen kann die Belastung daher rasch wieder ansteigen.

Die Roggenblüte hat ihren Höhepunkt überschritten. Da die Pollenkörner dieses Kulturgrases vergleichsweise groß sind und nur schlecht fliegen, ist vor allem bei sonnigem Wetter in der Nähe von Roggenfeldern mit einer erhöhten Belastung zu rechnen. Die Pollenfreisetzung erfolgt überwiegend am Vormittag.

Im Wiesenaspekt können Ampfer und Wegerich für zusätzliche Belastungen sorgen.

In den steirischen Bergregionen blüht die Grün-Erle weiterhin. Ihr Verbreitungsgebiet liegt oberhalb von 1.000 Metern, wo derzeit auch der Schwerpunkt der Belastung zu finden ist. Die anhaltenden Niederschläge begrenzen jedoch die Pollenkonzentrationen und verhindern einen Ferntransport in die Niederungen weitgehend.

In der Steiermark haben die Linden inzwischen die Vollblüte erreicht. Da ihre Blüten auf die Bestäubung durch Insekten spezialisiert sind, gelangen ihre Pollen nur selten in größeren Mengen in die Luft. Ihr intensiver Blütenduft kann jedoch bei empfindlichen Personen die Atemwege reizen. Auch die Edelkastanie hat mit ihrem Pollenflug begonnen. Aufgrund von Kreuzreaktionen mit Edelkastanien-Pollen müssen vor allem Allergiker:innen, die auf Hasel-, Erle- oder Birke sensibilisiert sind, mit Belastungen rechnen.

Die aktuellen Temperaturen und Niederschläge begünstigen den Pilzsporenflug und es werden in unseren Messstellen regelmäßig allergie-relevante Mengen gemessen. Während Regen die Pollenkonzentrationen in der Luft senkt und somit eine Entlastung für Allergiker bietet, setzen Pilze insbesondere nach Niederschlägen große Mengen an Sporen frei.

Neben den bereits erwähnten Pollentypen sind derzeit auch Pollen von Kiefern, Fichten, Doldenblütlern, Götterbaum, Holunder und Zypressengewächsen im Pollenspektrum vertreten. Von ihnen geht jedoch nur ein sehr geringes allergenes Potenzial aus.

Blühendes Gras, Elymus sp.
Blühende Quecke ©ÖPID, Johannes M. Bouchal

Für den Inhalt verantwortlich

AZ Pollen Research GmbH
in Kooperation mit dem Institut für Pflanzenwisenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung.
Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal, Lukas Dirr, MSc und Mag. Pramod Harvey.

Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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