Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Tirol

Polleninformation für Tirol vom 14. August 2026

Beifußpollenkonzentrationen steigen in ganz Tirol – allergene Belastung nimmt zu!

Beifuß (Artemisia) entwickelt sich nun zum wichtigsten allergenen Pollentyp der spätsommerlichen Pollensaison in Tirol. Die Pollenkonzentrationen sind in der gesamten Region angestiegen, da immer mehr Pflanzen ihre volle Blüte erreichen. Im Gegensatz dazu haben sich die Gräserpollenkonzentrationen auf einem niedrigen Niveau stabilisiert und werden in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr wesentlich ansteigen.

Beifußpollen: Die Beifußpollenkonzentrationen sind in ganz Tirol angestiegen, und die allergene Belastung macht sich zunehmend bemerkbar. Die Blütezeit ist inzwischen in vollem Gange, und Beifuß zählt derzeit zu den wichtigsten Pollentypen für Allergiker:innen. Seine Pollen besitzen ein hohes allergenes Potenzial und können bei sensibilisierten Personen ausgeprägte Beschwerden auslösen. Besonders hoch kann die Belastung in der Nähe größerer Beifußbestände sein, die häufig an Straßenrändern, entlang von Wegen und Feldrändern sowie auf Brachflächen und anderen gestörten Standorten vorkommen. Da sich die Beifußpollensaison nun ihrem typischen Höhepunkt Mitte August nähert, ist in den kommenden Tagen mit einer erhöhten Belastung zu rechnen.

Ragweed/Ambrosia: Ambrosia ist eine weitere stark allergene Pflanze, die während der spätsommerlichen Pollensaison an Bedeutung gewinnt. In Tirol sind mehrere kleinere Hotspots bekannt. Darüber hinaus wurde zwischen Rietz und Haiming ein größeres Gebiet festgestellt, in dem sich Ambrosia ausbreitet. Um die Pollenkonzentrationen in diesem Gebiet genau zu überwachen, haben wir auch in diesem Jahr wieder eine Pollenfalle in Mötz installiert. Wir beobachten die Entwicklung weiterhin genau und halten Sie über Veränderungen auf dem Laufenden. Personen, die auf Ambrosia sensibilisiert sind und in der Region Rietz–Haiming leben oder sich dort aufhalten, sollten in den kommenden Wochen besonders aufmerksam sein.

Gräserpollen: Die Gräserpollenkonzentrationen haben sich inzwischen in ganz Tirol auf einem überwiegend niedrigen Niveau stabilisiert. Die Blütezeit der meisten Gräser ist bereits weit fortgeschritten oder abgeschlossen, sodass in dieser Saison kein wesentlicher erneuter Anstieg mehr zu erwarten ist. Lokal können in unmittelbarer Nähe von Bergwiesen, Weiden und anderen grasreichen Flächen noch etwas höhere Belastungen auftreten. Wegerich- und Ampferpollen sind ebenfalls weiterhin in geringen Konzentrationen in der Luft vorhanden und können bei Gräserallergiker:innen zusätzliche Beschwerden verursachen.

Weitere Pollentypen: Pollen der Brennnesselgewächse (Urticaceae) sind derzeit sehr häufig in der Luft und gehören zu den am häufigsten nachgewiesenen Pollentypen. Trotz dieser hohen Konzentrationen besitzen Brennnesselpollen in Tirol nur eine geringe allergene Bedeutung und gelten in der Region nicht als wichtige Ursache für Pollenallergien.

Pilzsporen: Die Konzentrationen luftgetragener Pilzsporen liegen in Tirol weiterhin im mäßigen bis hohen Bereich. Nach Regenperioden können die Konzentrationen ansteigen und bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen oder verstärken.

Wetter, Pollenbelastung und praktische Hinweise: Beifuß ist derzeit der wichtigste Pollentyp, den Allergikerinnen im Blick behalten sollten, während die Gräserpollenbelastung überwiegend niedrig bleibt. Gegen Ende des Wochenendes und zu Beginn der kommenden Woche wird wechselhafteres Wetter erwartet, das die Pollenkonzentrationen in der Luft vorübergehend reduzieren und für etwas Entlastung sorgen dürfte. Niederschläge und eine erhöhte Luftfeuchtigkeit begünstigen jedoch gleichzeitig das Pilzwachstum und die Freisetzung von Sporen, sodass die Pilzsporenkonzentrationen anschließend ansteigen können. Beifußallergiker:innen sollten insbesondere in der Nähe größerer blühender Bestände vorsichtig sein, während Ambrosiaallergiker:innen im Gebiet zwischen Rietz und Haiming besonders aufmerksam sein sollten.

Blühender Gemeiner Beifuß ©ÖPID, Johannes M. Bouchal

Für den Inhalt verantwortlich

Universität Innsbruck
Institut für Botanik
Dr. Laurent Marquer
Mittelfristige Prognose basierend auf Modelldaten und Pollenzählungen.
Auszugweiser oder vollständiger Nachdruck und Veröffentlichung nur unter Angabe der Quelle gestattet.

Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
zum Team

Loading...