Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Tirol

Polleninformation für Tirol vom 28. August 2026

Ambrosiapollen nehmen rund um Mötz zu – Beifußpollen gehen zurück!

Die spätsommerliche Pollensaison tritt in Tirol in eine neue Phase ein. Die Beifußpollen-Konzentrationen gehen nach dem saisonalen Höhepunkt nun zurück und sorgen damit für zunehmende Entlastung bei vielen Allergiker:innen. Auch die Gräserpollen-Konzentrationen bleiben niedrig. Die Pollenkonzentrationen von Ambrosia sind rund um Mötz jedoch deutlich angestiegen und erreichen inzwischen eine hohe allergene Belastung. Damit ist Ambrosia derzeit der wichtigste Pollentyp, den Allergiker:innen in diesem Gebiet im Blick behalten sollten.

Ambrosia/Ragweed: Die Situation rund um Mötz hat sich in der vergangenen Woche deutlich verändert. Nachdem die Ambrosiapollen-Konzentrationen zuvor niedrig geblieben waren, sind sie nun stark angestiegen und erreichen eine hohe allergene Belastung. Dies ist besonders für Ambrosia-Allergiker:innen relevant, da die Pollen ein sehr hohes allergenes Potenzial besitzen und bereits vergleichsweise geringe Mengen Beschwerden auslösen können. Das Gebiet zwischen Rietz und Haiming steht weiterhin besonders im Fokus, da sich dort ein größerer Ambrosia-Bestand ausbreitet. Mit unserer Pollenfalle in Mötz können wir die Entwicklung der Pollensaison in diesem Hotspot genau verfolgen. Ambrosia-Allergiker:innen, die in diesem Gebiet leben oder sich dort aufhalten, sollten derzeit besonders aufmerksam sein und größere blühende Bestände meiden, da die lokale Pollenbelastung dort noch höher sein kann. Auch aus Osttirol werden zunehmend Ambrosia-Vorkommen gemeldet, sodass sich dieses Gebiet zu einer weiteren Region entwickeln könnte, die besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Beifußpollen: Im Gegensatz dazu klingt die Beifußpollensaison (Artemisia) nun deutlich ab. Der saisonale Höhepunkt liegt hinter uns, und die Pollenkonzentrationen gehen in ganz Tirol zurück, was Beifuß-Allergiker:innen zunehmend Entlastung bringt. Lokal kann die Belastung in unmittelbarer Nähe größerer blühender Bestände jedoch noch erhöht sein, insbesondere an Straßenrändern, entlang von Wegen und Feldrändern sowie auf Brachflächen und anderen gestörten Standorten. Insgesamt zeigt der Trend für die kommenden Wochen jedoch klar nach unten.

Gräserpollen: Die Gräserpollen-Konzentrationen bleiben in ganz Tirol niedrig. Da die Gräserpollensaison bereits weit fortgeschritten ist, dürfte sich daran auch in den kommenden Wochen wenig ändern. Lokal kann die Belastung in der Nähe von Bergwiesen, Weiden und anderen grasreichen Flächen noch etwas höher sein, ein deutlicher erneuter Anstieg ist jedoch nicht mehr zu erwarten. Auch geringe Mengen an Wegerichpollen sind weiterhin in der Luft vorhanden und können bei Gräser-Allergiker:innen zu Beschwerden beitragen.

Weitere Pollentypen: Pollen der Brennnesselgewächse (Urticaceae) sind weiterhin in der Luft vorhanden. Obwohl sie teilweise in relativ hohen Konzentrationen auftreten können, besitzen Brennnesselpollen in Tirol nur eine geringe allergene Bedeutung und verursachen bei Allergiker:innen in der Regel nur wenige Probleme.

Pilzsporen: Die Konzentrationen luftgetragener Pilzsporen liegen derzeit weiterhin im mäßigen bis hohen Bereich und können bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen. Die Wetterbedingungen spielen dabei weiterhin eine wichtige Rolle: Niederschläge und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen das Pilzwachstum, während die Sporenkonzentrationen in sonnigen und trockeneren Phasen nach Regenfällen ansteigen können.

Wetter, Pollenbelastung und praktische Hinweise: In den kommenden Tagen bleibt das Wetter in Tirol wechselhaft, mit einem Wechsel aus regnerischen und sonnigeren Phasen. Schauer und Gewitter können die Pollenkonzentrationen in der Luft vorübergehend reduzieren, während trockenere und sonnigere Abschnitte einen erneuten Anstieg ermöglichen. Bei den meisten Pollentypen zeigt der saisonale Trend inzwischen nach unten: Gräserpollen bleiben niedrig und Beifußpollen gehen zurück. Die wichtige Ausnahme ist derzeit Ambrosia rund um Mötz, wo die Pollenkonzentrationen deutlich angestiegen sind und inzwischen eine hohe allergene Belastung erreichen. Ambrosia-Allergiker:innen im Gebiet zwischen Rietz und Haiming sollten daher derzeit besonders vorsichtig sein. Auch die Pilzsporenkonzentrationen können während sonniger Phasen nach Regenfällen wieder ansteigen.

Ragweed (Beifußblättriges Traubenkraut) ©ÖPID, Johannes M. Bouchal

Für den Inhalt verantwortlich

Universität Innsbruck
Institut für Botanik
Dr. Laurent Marquer
Mittelfristige Prognose basierend auf Modelldaten und Pollenzählungen.
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Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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