Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Tirol

Polleninformation für Tirol vom 15. Mai 2026

Gräserpollensaison startet – allergene Belastung nimmt in Tirol zu!

In den vergangenen Tagen haben wechselhafte Wetterbedingungen und Niederschlagsphasen die Pollenkonzentrationen in der Luft sowie die damit verbundene allergene Belastung in Tirol deutlich reduziert. Diese Bedingungen werden voraussichtlich noch bis morgen anhalten. Ab Sonntag und in der kommenden Woche wird jedoch wieder wärmeres, sonnigeres und trockeneres Wetter erwartet. Dies wird die Pollenproduktion und -verbreitung deutlich begünstigen und zu einer zunehmenden allergenen Belastung in der Region führen. Insgesamt werden wieder mäßige Pollenkonzentrationen erwartet, lokal sind auch hohe Werte möglich.

Gräserpollen: Gräser werden nun zum wichtigsten allergenen Faktor in Tirol. Die Gräserpollensaison dürfte in der kommenden Woche richtig beginnen. Die Gräserpollenkonzentrationen werden voraussichtlich rasch ansteigen und insbesondere in Tallagen und tieferen Höhenlagen mäßige bis lokal hohe Werte erreichen. Zusätzlich nehmen auch die Konzentrationen von Wegerich- und Ampferpollen zu. Wegerichpollen besitzen ein mäßiges allergenes Potenzial und betreffen häufig Personen, die bereits auf Gräserpollen sensibilisiert sind. Ampferpollen gelten als weniger allergen, können jedoch Beschwerden bei Gräserallergiker:innen verstärken. Zusammen können diese Pollentypen die Belastung für Allergiker:innen erhöhen.

In höheren Lagen bleiben die Gräserpollenkonzentrationen im Vergleich zu den Tallagen weiterhin deutlich geringer, wodurch diese Bereiche derzeit günstiger für Personen mit Gräserpollenallergie sind.

Birkenpollen: Die Birkenpollenkonzentrationen sind inzwischen deutlich zurückgegangen und erreichen in der Region überwiegend nur noch niedrige Werte. In höheren Lagen, wo die Blüte verzögert ist, können lokal weiterhin mäßige allergene Belastungen auftreten. Auch die Pollenkonzentrationen von Eiche und Buche nehmen weiter ab.

Grün-Erlenpollen: Die Grün-Erle beginnt nun in höheren Lagen mit ihrer Blütezeit. Obwohl die allergene Belastung derzeit noch gering bleibt, dürften die Pollenkonzentrationen in den kommenden Wochen allmählich zunehmen.

Weitere Pollentypen: Zudem werden Pollen von Walnuss, Maulbeere, Rosskastanie und Zypressengewächsen nachgewiesen, diese besitzen derzeit jedoch nur eine geringe allergene Relevanz. Pollen von Fichte und Kiefer bleiben weiterhin in großen Mengen in der Luft vorhanden und verursachen charakteristische gelbe Ablagerungen auf Oberflächen in der gesamten Region. Obwohl diese Pollentypen nicht allergen sind, können sie leichte Reizungen hervorrufen, beispielsweise ein Fremdkörpergefühl in den Augen.

Pollen und Wetterbedingungen: Wetterbedingungen spielen eine entscheidende Rolle für die Pollendynamik. Sie beeinflussen, wie viel Pollen produziert wird, wann er freigesetzt wird und wie weit er sich verbreitet. Regen reduziert in der Regel die Pollenverbreitung, während warmes, trockenes und sonniges Wetter meist zu erhöhten Pollenkonzentrationen in der Luft führt. Das Verständnis dieser Zusammenhänge ist entscheidend für präzise Pollenprognosen und ein besseres Allergiemanagement.

Blühendes Fuchsschwanzgras ©ÖPID, Johannes M. Bouchal

Für den Inhalt verantwortlich

Universität Innsbruck
Institut für Botanik
Dr. Laurent Marquer
Mittelfristige Prognose basierend auf Modelldaten und Pollenzählungen.
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Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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