Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Tirol

Polleninformation für Tirol vom 19. Juni 2026

Sommerliche Pollensaison beginnt in Tirol, Gräser sind die größte Herausforderung für Allergiker:innen!

Die Pollensaison in Tirol tritt nun in ihre sommerliche Phase ein, in der zunehmend Kräuterpollen in der Luft nachgewiesen werden. In dieser Übergangszeit sind Gräser jedoch der dominierende allergene Pollentyp in der gesamten Region und verursachen bei vielen Allergiker:innen weiterhin erhebliche Beschwerden.

Gräserpollen: Gräser stehen derzeit in ganz Tirol in voller Blüte und stellen die wichtigste Quelle der aktuellen allergenen Belastung dar. Bis in Höhenlagen von etwa 1500 Metern können weiterhin hohe Pollenkonzentrationen auftreten, insbesondere in der Nähe von Wiesen, Weiden, Grünflächen und Straßenrändern. Oberhalb von 2000 Metern sind die Gräserpollenkonzentrationen im Allgemeinen geringer, können jedoch weiterhin mäßige allergene Belastungen erreichen. Obwohl höhere Lagen im Vergleich zu den Tallagen noch eine gewisse Entlastung bieten, sind Gräserpollen inzwischen im gesamten Höhenbereich Tirols nachweisbar. Zusätzlich zu den Gräserpollen befinden sich auch Wegerich- und Ampferpollen in der Luft. Wegerichpollen besitzen ein mäßiges allergenes Potenzial und betreffen häufig Personen, die bereits auf Gräserpollen sensibilisiert sind. Ampferpollen gelten als weniger allergen, können die Beschwerden während der Gräserpollensaison jedoch zusätzlich verstärken.

Grün-Erlenpollen: Die Blüte der Grün-Erle geht allmählich zurück, bleibt jedoch in höheren Lagen, wo diese Art natürlicherweise vorkommt, weiterhin relevant. In hochgelegenen Regionen wie Obergurgl (rund 2000 m) können Grün-Erlenpollen nach wie vor mäßige allergene Belastungen verursachen, auch wenn die Konzentrationen in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter abnehmen werden.

Weitere Pollentypen: Darüber hinaus werden derzeit Pollen von Fichte, Kiefer, Zypressengewächsen, Holunder, Linde, Brennnessel, Sauergräsern und weiteren krautigen Pflanzen nachgewiesen. Diese Pollentypen besitzen derzeit jedoch nur eine geringe allergene Relevanz.

Pilzsporen: Warme Temperaturen in Kombination mit feuchten Witterungsphasen begünstigen weiterhin das Wachstum von Pilzen und die Bildung von Sporen. Die Konzentrationen von Pilzsporen in der Luft bleiben erhöht und können bei empfindlichen Personen allergische Beschwerden verstärken.

Wetter, Pollenbelastung und praktische Hinweise: Warmes und überwiegend trockenes Wetter begünstigt weiterhin die Pollenfreisetzung in Tirol. Regenschauer können die Pollenkonzentrationen kurzfristig reduzieren und vorübergehend für Entlastung sorgen. Während Gewittern können Pollenkörner jedoch in winzige Partikel zerfallen, die tief in die Lunge eindringen und schwere allergische Reaktionen oder Asthmaanfälle auslösen können (Gewitterasthma). Allergiker:innen sollten daher die aktuellen Pollen- und Wetterprognosen beachten und während Gewittern möglichst in Innenräumen bleiben sowie die Fenster geschlossen halten.

Blühendes Fuchsschwanzgras ©ÖPID, Johannes M. Bouchal

Für den Inhalt verantwortlich

Universität Innsbruck
Institut für Botanik
Dr. Laurent Marquer
Mittelfristige Prognose basierend auf Modelldaten und Pollenzählungen.
Auszugweiser oder vollständiger Nachdruck und Veröffentlichung nur unter Angabe der Quelle gestattet.

Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
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