Vorhersage

Situation und mittelfristige Prognose für Wien

Polleninformation für Wien vom 13. Juli 2026

Gräser, Pilzspren, Mais und Beifuß, alles was die Allergikernase reizt ist in der Luft!

Die neue Woche beginnt in Wien mit strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen 31 Grad. Der Wind weht mäßig aus Norden und sorgt an diesem Montag für trockene, gewitterfreie Verhältnisse. Am Dienstag wird es zunehmend schwül und unbeständig – erste Schauer und Gewitter erreichen die Stadt, die Temperaturen bleiben mit rund 29 Grad dennoch sommerlich. Der Mittwoch bringt weiterhin schwül-warme Luft bei Werten um 30 Grad, die Gewitterneigung steigt im Tagesverlauf weiter an. Am Donnerstag klingen die Schauer allmählich ab, die Sonne setzt sich zunehmend durch, und bei auflebendem Nordwind werden Höchstwerte um 30 Grad erreicht.

Gräser – Hauptallergen mit regionalen Belastungsschwerpunkten: Die Gräser bleiben auch während der Hitzewelle das dominierende Allergen in der Wiener Umgebungsluft. Die Hauptblüte der Gräser hat sich mittlerweile von den offenen Grünflächen zunehmend in die Wälder sowie in die Nähe von Flussläufen verlagert – etwa entlang der Donau, der Alten Donau, des Donaukanals, der Liesing und im Wiener Prater. An diesen Standorten sind, obwohl die Hauptbelastungsphase der Gräsersaison ihren Höhepunkt bereits überschritten hat, weiterhin mäßige bis hohe Belastungen möglich. In den städtischen Grünflächen und Parks hat sich die Gräserbelastung durch das Ende der Blüte der frühblühenden Gräser sowie durch regelmäßige Mahd auf einem mäßigen Niveau eingependelt. Lokal, insbesondere in den Auwäldern der Lobau oder entlang von Bachläufen am Wienerwaldrand, kann die Gräserpollenbelastung jedoch weiterhin hoch ausfallen. Auch Ampfer, Fuchsschwanzgewächse und Wegerich stehen weiterhin in Blüte und tragen entlang von Weges- und Straßenrändern zur zusätzlichen Pollenbelastung bei.

Beifuß – die Kräuterpollensaison beginnt: An klimatisch besonders begünstigten Standorten in Wien wurden bereits erste blühende Vertreter des Beifußes (Artemisia vulgaris) gesichtet. Damit wird lokal bereits jetzt die Kräuterpollensaison eingeläutet. Bis die Pflanzen flächendeckend blühen, dauert es voraussichtlich noch bis Ende Juli. Lokal kann es jedoch bereits zu geringen allergischen Belastungen kommen. Der Beifuß wächst bevorzugt an Ruderalstandorten – auf Schuttplätzen, an Bahndämmen, auf brachliegenden Flächen und an Straßenrändern. Besonders betroffen sind die Bahntrassen entlang der Nordbahn, der Ostbahn und der Südstrecke, die Industrie- und Gewerbebrachen in den Randbezirken (etwa Simmering, Floridsdorf, Liesing und Donaustadt) sowie die Ruderalflächen entlang der Donau und des Donaukanals. Die Pollen des Beifußes sind hoch allergen – bereits geringe Konzentrationen können bei sensibilisierten Personen deutliche Beschwerden auslösen. Kreuzreaktionen mit Sellerie, Karotte, Kamille und anderen Korbblütlern sind häufig und sollten unbedingt beachtet werden.

Mais – Belastung nur in Feldnähe: Im Wiener Umland haben einige Maisfelder bereits zu blühen begonnen. Mais zählt zu den Süßgräsern und kann daher bei Gräserallergikerinnen und -allergikern zu Beschwerden führen. Maispollen sind jedoch sehr groß und schwer und werden daher – ebenso wie die Pollen anderer Getreidearten – nur über kurze Distanzen mit dem Wind verfrachtet. Relevante Konzentrationen in der Luft treten vor allem in direkter Nähe der Felder auf, etwa im Marchfeld, im südlichen Wiener Umland und in den Anbaugebieten am Stadtrand.

Pilzsporen – mäßige bis hohe Belastung: Allergikerinnen und Allergiker, die auf Pilzsporen sensibilisiert sind, müssen sich in den kommenden Tagen auf eine mäßige bis hohe Belastung einstellen. Erhöhte Pilzsporenkonzentrationen treten insbesondere im Umfeld von Feldern auf, auf denen gerade geerntet wird – beim Dreschen von Getreide werden große Mengen an Feinstaub und Pilzsporen aufgewirbelt. Besonders nach den für Dienstag und Mittwoch prognostizierten Regenfällen und Gewittern steigen die Sporenkonzentrationen in der Luft deutlich an, vor allem Cladosporium und Alternaria setzen dann vermehrt ihre Sporen frei. Entlastung bietet ein Aufenthalt in höheren Lagen, etwa im Wienerwald, denn mit zunehmender Seehöhe nimmt die Belastung durch Pilzsporen ab.

Neben den bereits erwähnten Pollentypen sind derzeit auch Pollen von Bienenweide, Brennnesselgewächsen, Edelkastanie, Rhododendron, Sauergräsern, Weinreben und Zypressengewächsen im Pollenspektrum vertreten. Von ihnen geht jedoch nur ein sehr geringes allergenes Potenzial aus.

Empfehlungen für Allergiker:innen: Angesichts der hochsommerlichen Hitze und der mäßigen bis hohen Pollenbelastung wird empfohlen, Sport und körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden oder den späten Abend zu verlegen – dann sind die Pollenkonzentrationen erfahrungsgemäß am niedrigsten. Personen mit einer Gräserpollenallergie sollten bei Spaziergängen oder Freizeitaktivitäten in den Wiener Auwäldern (Lobau, Prater) und entlang der Flussläufe mit erhöhter Belastung rechnen. Für Beifuß-Allergiker:innen gilt besondere Vorsicht an Ruderalstandorten: Bahndämme, Schuttplätze, Straßenränder und Industriebrachen – insbesondere in den Außenbezirken – sollten gemieden werden. Das Tragen einer Sonnenbrille, das abendliche Ausspülen der Haare und das Wechseln der Kleidung nach Aufenthalten im Freien können helfen, die Pollenexposition zu reduzieren.

Warnhinweis zu Ozon und Gewitterasthma: Bei der prognostizierten Hitze kann die Konzentration von bodennahem Ozon ansteigen, was die Atemwege zusätzlich reizt. Bei herannahenden Gewittern – wie sie für Dienstag und Mittwoch vorhergesagt sind – werden Pollen, insbesondere jene von Gräsern und Beifuß, durch starke Fallwinde (Downbursts) zerrissen und in feinste lungengängige Partikel fragmentiert, die tief in die Atemwege eindringen können. Dies kann bei Pollenallergiker:innen – auch bei jenen, die bisher kein Asthma hatten – zu plötzlich auftretenden, schweren Asthmaanfällen führen. Personen mit bekanntem Asthma oder Heuschnupfen wird dringend empfohlen, bei aufziehenden Gewittern geschlossene Räume aufzusuchen und Bedarfsmedikamente griffbereit zu halten.

Für den Inhalt verantwortlich

AZ Pollenresearch GmbH
im Auftrag des Vereins Österreichischer Polleninformationsdienst in Kooperation mit der GeoSphere Austria.
Dr. med. Markus Berger, Dr. rer. nat. Johannes M. Bouchal und Lukas Dirr, MSc.

Wetterdaten und Prognosen basierend auf synoptischen Daten:
GeoSphere Austria, Bundesanstalt für Geologie, Geophysik, Klimatologie und Meteorologie (ehemals ZAMG).
zum Team

Loading...